Wagnerwahn

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Suppenkasper Juni 19, 2010

Filed under: ich,Kind1,Kind2 — wagnerwahn @ 5:27 pm

„Nein, meine Suppe, die ess´ich nicht!“
Kennt ihr Mütter, oder?
Gestern kochte der Gatte einen einfachen,  aber leckeren Eintopf, aus frischen Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln, ein paar Kräutern und etwas Cabanossi.
Dieser wurde von beiden Kindern kategorisch verschmäht. Einzig die Wurst haben sie sich rausgefischelt, dann war´s das. Nicht schön, aber ein bekanntes Phänomen.
Es gab natürlich nix anderes.
Heute früh hatten sie natürlich einen riesen Kohldampf…
Tja, und heute? Nachmittags ließ ich die Zwischenmahlzeit aus, d.h. ab 15 Uhr gab es nix mehr. Und am Abend? Resteessen, war ja noch soviel über…
Diesmal hab ich das ganze durchpüriert, denn Kartoffelsuppe mögen beide in diesem Zustand. Doch das Tochterkind läßt sich nicht mehr so leicht überzeugen. Ein Blick von ihr und ein klares „nein“. Der Sohn schaute nur zur großen Schwester, und verneinte dann auch. GRRRR.
Hier kam dann die fiese Mama-Masche zum Zuge. Ich sagte ihnen, dass es als abendlichen Nachtisch heute leckeres Eis gäbe, sollten sie denn was vom Süppchen essen.
Ha. Das Tochterkind legte den Kopf schief und meinte, sie wolle doch mal probieren, ob es so eklig schmecke, wie es ausschaut „….!!!“ Und siehe da: ratzfatz war das Schüsselchen leer. Und das, obwohl hier keiner aufessen muß. Das wissen sie.
Der sture Sohn blieb seiner Rolle treu. Nicht mal kosten wollte er.
Als dann das Eis auf den Tisch kam, flossen dicke Krokodilstränen. Er bettelte, was das Zeug hält, und brachte mich an die Grenzen. Aber der Gerechtigkeit halber blieb ich stark. Kein Eis, kein anderer Nachtisch für den Sohn. Sein Suppenschüsselchen steht noch da, aber er mag nicht.
Man ey!!!
Und dabei ist es so lecker, und schmeckt ihm auch sonst. Keine der Zutaten verschmäht er, oder mag er nicht.
Es kann doch nicht immer nur Nudeln geben 😦
 

16 Zoll

Filed under: Uncategorized — wagnerwahn @ 3:51 pm

Das Tochterkind fährt jetzt auch mit einem „großen“ Rad. 16 Zoll… Geliehen vom Spielfreund.
Ich wollte es einfach gern wissen, ob sie schon soweit ist… Nun steht das Geburtstagsgeschenk entgültig fest 😉
Jetzt bleibt nur noch die Frage nach der Marke. Das Rad soll im Anschluß weitervererbt werden, an Kind2. Von daher definitiv kein rosa-lila Glitzertraum.  
Die Qualität muß stimmen. Robust soll es sein, und ein bißchen hübsch…
Die Suche geht los.
Und ich bin soooo stolz auf sie. Trotz diverser anfänglicher Stürze und Wutausbrüche hat sie das Fahren innerhalb von Minuten rausgehabt.
 

Geschützt: Vom verschwundenen Mopps Juni 18, 2010

Filed under: Kind2 — wagnerwahn @ 6:05 pm

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Integration

Filed under: ich,Kind2 — wagnerwahn @ 5:48 pm

So schaut es aus, wenn die Mama Mittags schlaftrunken auf´s Sofa torkelt und die Augen noch nicht so wirklich aufbekommt…
Kind2 übt sich in Integration…

 

Das Leben mit dem Job

Filed under: Uncategorized — wagnerwahn @ 6:13 am

Unser Leben kommt mir gerade recht chaotisch vor.
Dachte ich noch vor Jobantritt: das wird schon alles easy, so muß ich revidieren.
Nix ist easy.
In den letzten 5 Tagen konnte der Gatte selbst nicht arbeiten gehen, da in meiner Tagesschlafzeit die Kinder versorgt werden müssen, zumindest Kind2, welches erst im September in den kiGa kommt.
Noch ist er in der Lage, sich das recht flexibel einteilen zu können…
Aber ohne ihn wäre nix gegangen.
Kam ich vom Dienst, standen sie zu Hause gerade auf. 2 Kinder waschen, anziehen und mit Müsli versorgen. Dann startete er mit ihnen los Richtung Kindergarten und ich fiel ins Bett.
Nach 4-6 Stunden Schlaf war ich wach, aber alles andere als topfit. Leichte Kopfschmerzen und einfach ein blödes Körpergefühl. Biorhythmus im Suchmodus.
Hinzu kommt Job Nr.2, den ich einfach nicht aufgeben mag.
Zum einen, weil er wirklich, wirklich Spaß macht, ich supernette Kolleginnen habe, zum anderen, weil ich nicht einfach „hoppla, neuer Job“ aussteigen kann. Das geht nicht, das wäre arschig. Es ist der kommunikative, lustige Job, leicht verdientes Geld.
Nun ja, den galt es also auch noch zu bewältigen.
Mittwoch kam ich morgens um 7 Uhr daheim an, versorgte also die Kinder, duschte, nahm Kind1 zum KiGa mit und fuhr ins Sportstudio zum Arbeiten. Das war hart. Mittags daheim fiel ich quasi tot ins Bett.
Donnerstag kam ich heim, versorgte die Kinder und legte mich auf´s Sofa. Ich konnte noch nicht ins Bett, da der Gatte einen Physiotermin hatte und Kind2 ja hier noch rumspringt… Kurz nach 9 Uhr rappelte ich mich auf, und ging mit ihm in die Spielgruppe. Ein Segen! Er liebt sie, geht gerne hin, und ich konnte wieder heim. Ungewaschen fiel ich ins Bett und in den Tiefschlaf. 6 Stunden später wieder wach. Duschen, frisch machen, kurze Kinderzeit, dann zum Spätdienst ins Studio, von da nahtlos weiter hierher.
Den morgigen Frühdienst habe ich weggetauscht (erwähnte ich schon die tollen Kollegen?).
Jetzt folgen 10 freie Tage, dann der nächste 5er Nachtblock. Ich werde die Studiodienste runterfahren, zumindest halte ich diese Doppelbelastung scheinbar nicht so gut aus, wie erhofft.
Und dann schauen wir mal, wie lang ich brauch um mich und den Körper einzupegeln…
Inzwischen ist es kurz vor 4 Uhr, draußen geht das Gezwitschere los. Eine harte Zeit für mich, denn die bleierne Müdigkeit setzt ein.
Jede Nacht zw. 4 und 5 Uhr kämpfe ich mit ihr.
Ab 5 Uhr lauf ich nochmal durch´s Haus, schau ob die Gruppenräume vorzeigbar sind, beseitige meine Spuren der Nacht, dokumentiere, wenn es denn was zum Dokumentieren gibt und warte auf den Feierabend und die Ablöse…
Kurz nach 6 Uhr verlasse ich das Gelände, um 40 min später die energiegeladenen Knuffelkinder zu drücken.
Hach.
 

Der neue Job

Filed under: Uncategorized — wagnerwahn @ 6:11 am

So, ja tatsächlich, ich schreibe noch.
Es war lange ruhig, der neue Job, die ganze Umstellung… Ach ja.
Jetzt gerade ist es 2 Uhr am Morgen. Ich habe all meine routinemäßigen to-does erledigt, und warte, was noch so kommt.Aber mal langsam und von anfang an.
Immer wieder kamen die Fragen auf : „und, wie ist es?“, „was machst Du die ganze Nacht“, etc. pp. Alles was man halt jemanden fragt, der nen neuen Job hat.
Wirklich drauf antworten konnte ich bisher nicht. Zuwenig mein Einblick, zu gering meine Zeit, zu klein die Antwortlust.
Nun aber.
Wer mag, liest weiter, und bekommt quasi den komplett Einblick.
Festhalten möchte ich diese ersten Eindrücke aus dem 1.Arbeitsblock, um in einem halben Jahr vielleicht nochmal zu schauen, was sich so getan hat, wie die Anfaänge hier so waren…
 Dies ist meine 5.Nacht, die letzte in dieser Serie. Und ich bin mittendrin.
 Mein Arbeitsgebiet
Ich arbeite in einer Einrichtung für körperlich und geistig behinderte Menschen. Ein Riesenkomplex, bestehend aus einer Schule, einem Internat, 2 Wohnhäusern, Werkstätten, einem Altenheim, mehreren Außenwohngruppen, einem ambulanten Bereich und einer völlig neuen Wohnform, in der ich hauptsächlich aktiv bin.
Es ist ein Haus, was erst seit ½ Jahr steht, kompletter Neubau. Durchdacht und einfach nur schön.
In der unteren Etage leben 5 Erwachsene, unterschiedlichen Alters, mit erworbenen Hirnschäden. Alles Rollifahrer. Sie leben da nicht als Patienten, sondern sind Mieter. Jeder hat ein Zimmer, und teilt sich 1 Küche und 1 Bad mit dem Zimmernachbarn. Alle Türen sind abschließbar und mit Klingeln versehen. Am Morgen kommt der häusliche Pflegedienst, der sie bei der Pflege unterstützt. Die anwesenden Heilerziehungspfleger dienen nur zur Assistenz, die das eigenständige Leben der Bewohner ermöglichen. Sprich, sie begleiten sie zu Ärzten, helfen beim Einkauf, bei der Wäsche, beim Abwasch. Keine der Aufgaben wird ihnen abgenommen. Ich finde das großartig.
In den beiden oberen Etagen sind 9 Internatsschüler ab 16Jahren untergebracht. Die Raumaufteilung ist wie unten. Hier ne Mischung aus Rollifahrern und Läufern. Auch hier wird Selbständigkeit großgeschrieben. Diagnostisch betrachtet, eher die angeborenen Erkrankungen, Frühgeburtsschäden, Authismus…
 Und was mach ich?
Abends um 21:45 Uhr beginnt mein Dienst. Übergabe, was war so los am Tag. Dann dreh ich meine Runde, begrüße die Bewohner, die noch wach sind, schau in die Zimmer, ob wirklich alle da sind.
Meist kommt eins der Mädels zu mir in den Gruppenraum, dann wird ein Tee getrunken und gequatscht. Für mich ist alles neu und spannend. Und sie mögen es, mir alles zu erzählen und zu zeigen. Mädchen eben.
Gegen 23 Uhr kehrt Ruhe ein, alle verschwinden in ihre Zimmer. Zumindest unter der Woche, wenn am nächsten Tag Schule ist.
Und glaubt mir, die Kids sind sowas von diszipliniert. Sie gehen nicht schlafen, weil sie es müssen, keiner zwingt sie dazu, keine Hausorrdnung gebietet es. Sie tun es aus der Erfahrung heraus, wie kacke es ist, am nächsten Tag hundemüde in der Schule sitzen zu müssen 😉
Ich schalte ihnen weder die PCs aus, noch den Fernseher, einfach weil sie es selber tun.
Alles sehr entspannt, was?
Zwischen 1:00 und 2:00Uhr muß ich 2 der Jungs wecken, damit sie sich selbst katheterisieren. Das ist unter Umständen ein Kraftakt, die Kerle wach zu bekommen. Immer und immer wieder steh ich dann in ihren Zimmern, bis sie genervt aufgeben 😉
Ansonsten fallen noch kleinere hauswirtschaftliche Tätigkeiten an. Wäsche in den Trockner schmeißen und falten. Ich denk, das ist vertretbar bei den Jugendlichen. Wenn sie das Waschen vergessen, ist es blöd, aber ein bißchen Hilfe ist in dem Alter doch angebracht, oder?
Die Erwachsenen unten versorgen ihre Sachen aber selbst.
Morgens deck ich die Tische mit Geschirr ein, koch Kaffee.
Auf jeder Etage gibt es einen Gruppenraum, in dem die Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden KÖNNEN. Hier steht auch mein Schreibtisch. Aber es gibt keinen gesonderten Mitarbeiterbereich. Alle Akten etc. sind frei zugänglich, das Telefon, der PC. Kein Dienstzimmer, sondern ein Gemeinschaftsraum mit Gemeinschaftsküche mit großem TV Gerät…
Für mich doch sehr ungewöhnlich.
 Neben der Arbeit hier, betreue ich 3 weitere Außenwohngruppen. Häuser, die zu der Gesamteinrichtung zugehörig sind, die nachts aber keine Nachtschwester haben, einfach weil kein Bedarf besteht. 2 davon sind im Umkreis von 1 km erreichbar, das andere ist gut 10 min.Fahrzeit entfernt. Die Bewohner dort leben also absolut selbständig, werden aber durch ein Servicetelefon immer aufgefangen, wenn sie Hilfe brauchen.
Gestern wurde ich z.B. gerufen, weil ein Rollifahrer sich am Tag die Oberschenkel in der Sonne verbrannt hatte. Ein anderer brauchte eine frische Windel.
Das schöne: keiner hetzt mich. Ich habe ein wahres Luxusgut: viel Zeit. Hier und da brauch ich sie aber auch. Sprache ist ein schwieriges Thema. Manche können nur lautieren, andere nuscheln, bei einem ist die Zunge zu groß, die andere leidet unter Wortfindungsstörungen… usw. Und doch funktioniert das Ding mit der Kommunikation äußert gut. Wenn man keine Berührungsängste hat, findet man das schnell heraus.
Nein, ich bin nicht der kuschel-Typ, das mein ich damit nicht, aber wenn man sich drauf einlassen kann, sich auch Sachen zeigen läßt oder zugibt, „hey, ich kann Dich gar nicht verstehen“, dann werden sie hier i.d.R. nicht sauer, sondern finden Mittel und Wege.
Der eine Herr gestern, der mit dem Sonnenbrand, konnte nur lautieren. Zeigte grob in Richtung Beine. Ja toll. Am Ende hab ich´s doch rausgefunden und ER hatte wirklich viel Geduld aufgebracht, aber auch seinen Spaß an der ganzen Sache..
Außenwohngruppen abgehakt, weiter: Zusätzlich bin ich für ca. 140 ambulante Bewohner zuständig, die im Umkreis von ca.15 km leben. Diese leben völlig allein in Mietwohnungen, werden aber vom ambulanten Pflegedienst betreut. Wenn diese Menschen in der Nacht Hilfe brauchen, komm ich zum Einsatz. Dies war aber bisher erst äußerst selten der Fall, meinte meine Nachtkollegin, denn für meine erbrachten Leistungen müssen sie privat bezahlen, dies wird nicht von der Krankenkasse übernommen.
Tja und zu guter letzt bin ich zur Assistenz gedacht, wenn die 2 Nachtschwestern in den beiden Wohnhäusern auf dem Gelände Hilfe benötigen, oder keine Pflegekraft die Nachtwache hat, sondern eine Erzieherin. Dann fahr ich, wie heute und in den letzten Nächten, um Insulin zu spritzen.
Ich find dieses kategorische Trennen von Aufgabenbereichen absolut top. Sicher könnte man der Erzieherin in nullkommanix zeigen, wie man Insulin spritzt, aber das wäre nicht ok. Sie hat es nicht gelernt, und wenn da was passiert, zahlt keine Versicherung, da sie für diese Tätigkeit keine Befugnis hatte. Versteht ihr?
Alles äußerst korrekt. Zum Wohle der Bewohner!
Großer Aufgabenbereich, großer Wirkungskreis. Im Moment viel Ruhe.Aber es soll auch anders gehen.
Krampfanfälle, Psychosen, Depressionen. Keine 10 Kollegen im Rücken, die helfen könnten.
Im Moment bin ich aber nur allein mit der Müdigkeit.
Es ist inzwischen 3 Uhr, die 2.Waschmaschine ist fertig, schnell den Trockner bestücken und den 1.Korb Wäsche falten. Fühlt sich fast wie zu Hause an…
 

Nachgereicht Juni 3, 2010

Filed under: Uncategorized — wagnerwahn @ 9:06 am

…für die Großeltern: das Beweisfoto 😉